Bundeskunsthalle Bonn, Deutschland
13.März bis 09.August 2026









Amazônia – Indigene Welten: Raum als lebendiges Netzwerk
Die Ausstellung Amazônia – Indigene Welten versteht den Raum nicht als neutrale Hülle, sondern als aktiven Erzähler. Ziel war es, eine Umgebung zu schaffen, die die Vielschichtigkeit Amazoniens nicht nur vermittelt, sondern atmosphärisch erfahrbar macht.
Ausgehend von der Idee Amazoniens als lebendiges Geflecht aus Beziehungen, Übergängen und Überlagerungen entstand ein räumliches Konzept, das auf fließenden Sequenzen, meandernden Formen und durchlässigen Strukturen basiert. Inspiriert von der Dynamik der Flusslandschaften entwickeln sich Wege, verzweigen sich, verdichten sich und öffnen immer neue Blickbeziehungen zwischen Objekten, Bildern und Narrativen.
Auf über 1.600 m² in der Bundeskunsthalle wurde eine räumliche Dramaturgie realisiert, die Besucherinnen und Besucher durch unterschiedliche Ebenen des kulturellen, sozialen und ökologischen Kosmos Amazoniens führt – nicht linear, sondern als vielschichtige, intuitive Erfahrung.
Material als Haltung: Leichtigkeit, Nachhaltigkeit, Transformation
Ein zentrales Gestaltungselement ist der bewusste Einsatz nachhaltiger Materialien. Wabenkarton fungiert dabei als tragendes, zugleich leichtes und hochflexibles Raumelement. In Kombination mit transparenten Textilien entstehen Schichten, Filter und Übergänge, die dem Raum Tiefe verleihen und gleichzeitig eine visuelle und räumliche Durchlässigkeit erzeugen.
Die gesamte Ausstellung ist konsequent auf Zirkularität ausgerichtet: Sämtliche Materialien – von den tragenden Strukturen bis zu Labels und Texttafeln – sind recycelbar und ressourcenschonend konzipiert. Der ökologische Anspruch wird damit nicht nur thematisch behandelt, sondern integraler Bestandteil der räumlichen Umsetzung.
Atmosphäre statt Inszenierung
Die Materialität folgt bewusst dem kuratorischen Ansatz: Nicht Abgrenzung, sondern Offenheit. Nicht starre Szenografie, sondern ein dynamisches räumliches Gefüge. Licht, Transparenz und organische Linienführung schaffen eine immersive Atmosphäre, die die Begegnung mit den indigenen Perspektiven intensiviert.
Architektur als Übersetzung kultureller Komplexität
Die Ausstellung bildet Amazoniens Realität nicht ab – sie übersetzt sie in Raum. Zwischen Fragilität, Vernetzung und Transformation entsteht eine Architektur, die als Erfahrungsraum wirkt und die Besucherinnen und Besucher in ein sensibles, vielschichtiges Beziehungsgeflecht eintauchen lässt.